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Durch die Wüste

This entry is part 3 of 11 in the series Afrika 2017

4.8. Reise von Windhoek nach Solitaire

Zugegeben, ganz so episch wie in Karl Mays Beschreibungen sollte es dann doch nicht zugehen, aber frisch in Afrika angekommen stellte sich schon eine gewisse Euphorie ein. Gleich zu Anfang der Reise sollte es nach Solitaire und damit an den Rand der Namib Wüste gehen. Neben den Tieren – und da soll es in Afrika ja noch einige andere Länder geben, die so etwas haben – sind die Bilder der Namib Wüste mit ihrem rötlichen Sand wohl jedem bekannt.

Auto-matisch?

Nach einem guten Frühstück im Hotel Pension Steiner – besonders erwähnenswert sei hier das selbstgebackene(?) Vollkornbrot, das erstaunlich lange satt machte – machten wir uns zu Fuß auf den Weg zu Europcar.

Nach vielleicht fünfzehn Minuten Fußweg (von denen wir sicher fünf Minuten damit verbrachten eine recht befahrene Kreuzung mit irgendwie falsch beschalteten Fußgängerampeln zu überqueren) erreichten wir das Büro von Europcar. Nach dem etwas langwierigeren Papierkram ging es an die Übernahme des Wagens. Und hier fing ein kleiner Teil des Spaßes an – und wieder einmal hatte FTI seine Finger im Spiel. Den anderen Punkt spreche in bei Gelegenheit im Blog an.

Zunächst einmal war der Wagen in Südafrika zugelassen, eine Tatsache, die später noch zu einiger kostenträchtiger Bedeutung führen sollte; direkter Einfluss war zunächst einmal, dass das eingebaute Navigationssystem natürlich eine Karte von Südafrika installiert hatte. Und von so ziemlich allen Ländern, in die wir NICHT reisen wollten. Aus dem Voucher und der Bestätigung von FTI ging natürlich ebenfalls nicht hervor, dass wir ein Navigationssystem gebucht hatten. Aus Kulanz gab man uns ein mobiles TomTom Gerät, das sich jedoch nach sehr kurzer Zeit als unbrauchbar erwies. Fast keins der eingegebenen Ziele war dem Gerät bekannt, zudem war der Akku hin, so dass wir es permanent per Kabel laden mussten. Ab dem zweiten Tag fuhren wir dann mit meinem iPhone, auf dem ich das dort installierte TomTom Go in weiser Voraussicht mit einer Afrika-Karte versehen hatte. Zusätzlich hatte ich noch „here we go“ mit Namibia-Offlinekarte installiert; damit kamen wir sehr gut voran.

Weiter ging’s mit den Unannehmlichkeiten: Der Wagen hatte kein Automatikgetriebe, wie bestellt – und bezahlt. Die ganz harten Kerle und Autoenthusiasten mögen jetzt einwenden, dass echte Männer auf jeden Fall Schaltgetriebe fahren, weil… Ja weil – WAS? Der gemietete Renault Duster ist kein richtiger Geländewagen und eignet sich von Grund auf nicht für das, wofür sich Männer mit kleinem Ego große Autos kaufen – und da kann man ja wohl ruhig auf Bequemlichkeit gehen. Außerdem bin ich kein Autoenthusiast. Und es war auch nicht geplant, den Wagen so an seine Grenzen zu bringen, dass man an irgendeiner Stelle mit Schaltgetriebe weiter und sicherer gefahren wäre als mit Automatik. Einen Abenteuerurlaub macht man mit anderem Gerät.

Da kein anderer Wagen verfügbar war, nahmen wir halt den.  Ein Upgrade (?!?) auf einen anderen Wagen wäre schön gewesen, denn so haben wir mehr bezahlt, als notwendig. Das nächste mal filme ich den Buchungsvorgang, damit wir wenigstens sicher das Geld für nicht erbrachte Leistung wieder bekommen.

On the Road…

Nachdem wir noch etwas Lebensmittel und Wasser an der nächsten Tankstelle gebunkert hatten, holten wir unser Gepäck und fuhren los gen Südwesten.

Die (ungefähre) Strecke von Windhoek zu unserem ersten Stopp. (Karte: Google)

Genauer gesagt fuhren wir erst ziemlich genau südlich in Richtung Rehoboth, um dann in die Berge nach Westen abzubiegen. Die Straße ging nach ca. 70km dann auch in Schotterpiste von noch relativ guter Qualität über; spätestens in den Hügeln im letzten Drittel der knapp 300km langen Strecke war dann aber zumindest für den ersten Tag Schluss mit Lustig. Mir schwante schon, dass der nächste Tag bis zum Nationalpark noch echt anstrengend werden würde.

Am späten Nachmittag kamen wir dann an unserem Ziel, dem Soft Adventure Camp – ca. 20km südlich von Solitaire – an. Die Örtlichkeit besteht aus zwei ca. 2km voneinander entfernten Ansammlungen von Unterkünften, wobei das Soft Adventure Camp aus großen zeltartigen Räumen besteht. Das Bad ist gemauert und schließt an das „Zelt“ an; dort ist man dann sozusagen „Natur lite“, da mit Moskitonetz verkleidete Freiräume zwischen Mauer und Decke frische Luft herein lassen. Im Winter bedeutet das natürlich, dass es dort dann auch recht kühl sein kann, wenn man Nachts mal raus muss.

Die  anderen Zimmer im „Haupthaus“, also dort, wo die Rezeption und auch das Restaurant ist, ähneln mehr einem Motel und weniger dem Safarizeltartigen Soft Adventure Camp. Hier gab es am Abend ein sehr nettes BBQ und am nächsten Morgen konnten wir uns hier unser Essenspaket holen, denn nach Sesriem beträgt die Fahrtzeit gut zwei Stunden und im Park (incl. Anmeldung) verbringt man auch einige Zeit, bis man an den markanten Stellen ist.

Die Umgebung zu beschreiben fällt schwer, die Bilder helfen vielleicht ein wenig – eigentlich muss man da gewesen sein. Am späten Nachmittag war es recht warm, keinesfalls unerträglich heiß, die Sonne schien an einem wolkenlosen Himmel und um einen herum war einfach nur wunderschöne Wüstenlandschaft; und still war es…